Über uns

Der 11. September 2001 hatte den Auftakt markiert, wohin die Reise im neuen Jahrtausend gehen würde: In postmoderne Zivilisationsfeindlichkeit mit modernen und universellen Anstrich. Kennzeichnend ist die angeblich kritische Attitüde, die sich vor allem im Verständnis für andere „Kulturen“ und damit einhergehend ebenso für Religionen äußert und wobei jedes Statement auf moralischen Mehrwert ausgelegt ist. Dies meint nicht nur das verständnisvolle Zuhören für Menschenschlächter und Diktatoren auf dieser Erde, sondern ebenso die Gegnerschaft gegenüber dem universalen Prinzip und den Errungenschaften des Bürgerlichen. Hierbei sind speziell die USA und Israel im Fokus dieser neuetablierten Denkmuster, welcher sich die Postmoderne annahm.

Hinzu kam als manifeste Erscheinung die Krisenhaftigkeit des Kapitalverhältnisses, welche einen weiteren Höhepunkt in seiner Geschichte in der Immobilienblase und späteren Finanzkrise gezeitigt hatte. Flankiert wurde der damit verbundene Umbau des Sozialstaats, speziell in Europa. Dies erfolgte in erster Linie ideologisch und an dessen Ende stand in Deutschland die Agenda 2010. Allgemein zeigte sich dabei in der staatlichen Konkurrenz, dass Deutschland gewillt war, wieder eine zentrale Stellung bei der Entbürgerlichung der Verhältnisse einzunehmen. Hierbei ist u.a. die modernisierte Neuauflage des Reichsarbeitsdienstes zu nennen, bekannt als Hartz IV. Die Folgen dessen sind in Verbindung mit dem Beginn des „Aufstands der Anständigen“, heute auch gern als „helles“ Deutschland bezeichnet: Die Kulturalisierung der Gesellschaft nicht nur hierzulande, sondern die Betreuung dessen als ideeller Gesamtsozialarbeiter weltweit. Die „feine Gesellschaft“ (Clemens Nachtmann) ist dementsprechend dialogbereit, pazifistisch, weltoffen und antirassistisch. Außerdem ist ihr ein gewisses Faible gegen die heute Lebenden Juden und deren Staat immanent. Das Spezifikum hierzulande dahingehend ist, dass dieser Wahn als Freundschaft daherkommt. D.h. es wird nicht mehr selbst Hand gegenüber Juden angelegt, aber es werden jene „Kulturfremde“ sowie Anhänger der so genannten „Religion der Barmherzigkeit“ protegiert, die dies vollstrecken.

Damit ist bereits auf die passende Ideologie hingewiesen, die bezeichnenderweise in Form der Religion daherkommt: Der Islam. In diesem lebt jenes modernisierungsfeindliche Moment (im Geistigen) fort, worunter die Aufklärung seit Anbeginn gelitten hat. Die Liaison zwischen Deutscher Ideologie und dem Islam kommt nicht von ungefähr, wie ein Blick in die Zeit des Nationalsozialismus offenbart u.a. Himmlers Aussage: „Der Islam ist unserer Weltanschauung sehr ähnlich.“ Winston Churchill wies ebenso auf diesen Zusammenhang hin, als er Hitlers Mein Kampf als Koran der Deutschen bezeichnete, auf die Frage, was er von dem Machwerk halte. Der Islam eignete sich noch besser als der Protestantismus, schließlich vereinigt er den Glauben an die Gemeinschaft gegen jede Individualität sowie in weiten Teilen den antisemitischen Wahn und beinhaltet zudem die Vorstellung eines konkret-göttlichen Herrschers, gegen den die im Individuum innewohnende Vernunft nichts ausrichten kann.

Diese Entwicklung entspringt aus dem Kapitalverhältnis selbst, als sich die Aufklärung die Basis von Religionen und Kulturen gleichsam unter dem Verdikt des Glaubens aneignete und damit bereits die Vernunft torpedierte. Die Initiative Sozialistisches Forum hatte dieses Dilemma benannt:

„Glaube, der vernünftig ist, setzt ein Wissen von den Grundbedingungen menschlicher Existenz voraus. Daran, daß ein Gott existieren soll, der die Synthesis von Mensch und Natur garantiere und alles Seiende aus sich heraus erschaffe, kann man hingegen unmöglich ‚glauben‘: Diese Behauptung war immer schon nichts als eine glatte Lüge, deren ‚Für-wahr-Halten‘ den Individuen abverlangt wurde, wenn sie denn nicht aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und zugrundegerichtet werden wollten.“

Für das Bestehen des Kapitalismus musste ebenfalls in säkularisierter Variante ein solcher Glaube her, welcher die Herrschaft im Sinne eines Gottes in Stein gemeißelt hat. Dieser Zusammenhang, der in die Menschen als „natürliche Eigenschaft“ Einzug gehalten hat, ist Vernunft diametral entgegengesetzt.

Dieses Verhältnis erlebte mit der Kulturalisierung im linksliberalen Gewand ihre Renaissance, was nicht zuletzt auf die Nichteingliederung der ersten größeren Gruppen von Gastarbeitern in den 1970er-Jahre ihren Anfang nahm. Unter dem Schlagwort des Multikulturalismus wurde der Grundstein für die heutige Sicht gelegt, nicht jeden Menschen innerhalb eines Staatsgebietes die gleichen Rechte unabhängig der Herkunft zuzugestehen, sondern vielmehr die Parole: „Unterschiedliche Rechte für unterschiedliche ‚Kulturen‘“ in den Vordergrund gestellt.

Die damit einhergehende Entlastung der Mehrheitsgesellschaft, die somit gleichsam an ihre Rechte, aber auch Pflichten im bürgerlichen Staat erinnert, konnte erfolgreich kaschiert werden. Dieser Prozess schlug sich in den Individuen selbst nieder: Glaubte die erste Generation noch an das bürgerliche Glücksversprechen und blieb vorerst weitgehend passiv bei der Nichterfüllung dessen (institutioneller sowie Alltagsrassismus, Abwertung des Individuums über das Kollektiv), so kämpfte insbesondere die zweite Generation für ihre Anerkennung im Sinne des abstrakten Rechts. Nicht umsonst entstanden gerade in dieser Zeit sozialistische und kommunistische Immigrantenjugendgruppen. Dessen wiederholte Zurückweisung im Kapitalverhältnis bei gleichzeitiger Pflege vermeintlicher Kollektiveigenschaften durch die Mehrheitsgesellschaft im Sinne der berüchtigten Kultur führte in den nun lebenden Generationen oftmals zur Vergemeinschaftung, egal ob säkular oder religiös. Und anstatt dies als den ideologischen Schund zu begreifen, der er ist, wird mittlerweile auch über eine eigene Ethnie der Ostdeutschen debattiert, wie dies gegenüber anderen bereits getätigt worden ist.

Es ist jene Regression, wahlweise als Religion oder „Kultur“, die heute wieder verstärkt zum Vorschein kommt und die nie gänzlich verschwunden oder gar aufgehoben war, welche das Individuum von den als Zumutungen empfundenen gesellschaftlichen Verhältnissen „befreit“, „[…] seine gedanklichen und emotionalen Konstruktionen auch vor der eigenen Vernunft rechtfertigen zu müssen.“ (Initiative Sozialistisches Forum).

Die daran gekoppelten Auflösungserscheinungen von Bürgerlichkeit im Kapitalismus zeigen die Krisen des Liberalismus auf, der heute zur Durchsetzung des Kapitalverhältnisses nicht mehr gebraucht wird, mit dem dieses einst seinen weltweiten Siegeszug angetreten ist. Hierbei sind nicht nur die Tendenzen im Nahen Osten gemeint, sondern eben auch jene der „klassischen Art“, wie ein Blick in die ehemaligen Ostblockstaaten, aber ebenso auf den Balkan, beweist. Allgemein lässt sich in den letzten Jahren eine Illiberalisierung auch demokratischer Staaten beobachten, welche somit voll und ganz im Trend liegen.

In den letzten Jahren mobilisierte, insbesondere in Sachsen, als Reaktion auf die Berliner Republik und ihren Kurs, dass „alte Deutschland“. Hierbei fuhr nicht nur die Ost-AfD ihre besten Ergebnisse als völkische Antwort ein, sondern ebenso nahm PEGIDA ihren Anfang, nachdem es bereits 2013 die ersten menschenfeindlichen Ansammlungen, u.a. in Schneeberg von mehreren Tausend gegen Flüchtlinge gab. In dieser Zeit sind auch die Pirnaer Autonome Linke entstanden, d.h. wie so oft als Reaktion ausschließlich auf die als stark wahrgenommenen lokalen Nazigruppierungen sowie auf die gesellschaftlichen Verhältnisse, ohne den Blick in dieser Entstehungsphase darüber hinaus zu richten.

Erst durch einen zum Jahreswechsel 2016/17 angeregten Diskussionsaustausch innerhalb der Gruppe kam es zur Feststellung, dass der Nazismus auf dem Gebiet der ehemaligen DDR weiterhin eine starke Basis hat, aber bundesrepublikanisch eben marginalisiert ist und letztlich jene ideologischen Schnittpunkte mit der demokratischen Volksfront in Bezug auf den Islam teilt. Oder in den Worten Höckes: „Der Islam ist nicht mein Feind, unser größter Feind ist die Dekadenz“ oder Lichtmesz‘: „An Liberalismus gehen die Völker zugrunde, nicht am Islam!“ Deshalb entlarvt sich das hysterische Geschrei der angeblichen Islamophobie bei den völkischen und nazistischen Teilen der AfD als reiner Ideologiepopanz für den eigenen moralischen Mehrwert. Dennoch teilen sie aber gerade im Kampf um die ideologische Deutungshoheit die sukzessive Abschaffung bürgerlicher Errungenschaften.

Und große Teile der Linken kämpfen dabei fröhlich auf der Seite des „hellen“ Deutschlands mit, indem Faschismus nur etwas ist, was von autochthonen Deutschen ausgehen kann, wobei das mit völliger Ignoranz gegenüber dem historischen Nationalsozialismus einhergeht und zugleich Kulturen per se als Bereicherung und schützenswert im Kollektiv gesehen werden.

Dementsprechend kann es nicht um Symptombekämpfung gehen, sondern ist alles Notwendige zu unternehmen, diesen Zustand der Unfreiheit und des sich umgreifenden Wahns abzuschaffen, was überhaupt die Schaffung der Möglichkeit einschließt, solch eine Situation zu erreichen. Denn selten in den letzten Jahrzehnten war die Menschheit so weit entfernt von einer befreiten Gesellschaft wie heute. Deshalb kann die Stoßrichtung nur kommunistisch sein, d.h. als Bewegung der materialistischen Kritik.

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