Redebeitrag, gehalten auf der Demonstration am 21.08.2016 in Heidenau

Am Sonntag, dem 21. August, fand die geplante Demonstration in Erinnerung an das Pogrom vor einem Jahr in Heidenau statt. Damals hatte ein Mob aus Heidenauer*innen und Menschen aus den umliegenden Ortschaften, vornehmlich aus der Sächsischen Schweiz, mehrere Tage vor dem zur Asylunterkunft umfunktionierten Praktiker randaliert. Nur durch Zufall war insbesondere am 21. und 22. August 2015 nichts Schlimmeres passiert.

Zum Jahrestag nahmen zwischen 150 bis 200 Menschen an der Demonstration teil. Auf diesem Wege möchten wir uns bei allen Gruppen und Einzelpersonen bedanken, die die Demonstration mit möglich gemacht haben. Im Folgenden ist der gehaltene Redebeitrag dokumentiert.

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03.10.2015 – Refugee-Demonstration in Heidenau

Bergauf und -ab wurde die letzten Monate eine neue Willkommens“kultur“ gefeiert, die in den meisten Fällen vor allem ein Dienst an der Nation und keiner für die Geflüchteten war. Neben der Begleitmusik über die Nützlichkeit der Geflüchteten, wurde dies vor allem an der Tatsache deutlich, Menschen nicht als handelnde Subjekte wahrzunehmen, sondern als lahmgleiche Bittsteller. Dementsprechend ist nach dieser Logik Asyl kein Universalrecht mehr, es wird lieber nach deutscher Gutsherrenart verteilt.

Abgesehen davon durfte sich der rassistische Mob weitgehend ungestört austoben, besonders öffentlichkeitswirksam in Sachsen. Freital, Meißen und die Pogrome in Heidenau vergegenwärtigen bis heute, dass Rassismus ein Bestandteil deutscher Zustände war und ist. Und die Bundesrepublik macht das, was sie bereits in den 1990er-Jahren auf politischer Ebene bereits einmal vollzogen hat: Die Verschärfung des Asylrechts voranzutreiben. Die wenigen Errungenschaften, die die letzten Jahre erkämpft werden konnten, fallen ebenso weg, um zugleich eine weitere Ausdehnung auf so genannte „sichere“ Herkunftsländer vorzunehmen.

Das nur als Einleitung zum eigentlichen Aufruf für den 03.10. in Heidenau, wo weiterhin ein rassistisches Klima herrscht wie der Übergriff mehrerer Jugendlicher auf Refugees am 26.09.2015 bewies. Im Folgenden auf Deutsch und Englisch: Weiterlesen

Vorläufiger Höhepunkt der rassistischen Grundstimmung in Sachsen – Heidenau

Kaum gab es Anfang letzter Woche die Information, dass im ehemaligen Heidenauer Praktiker an der B172 zur Entlastung der Erstaufnahmeeinrichtung Chemnitz eine Außenstelle bis Ende der Woche eingerichtet werden sollte, sammelten sich bereits Mittwochabend über 200 Rassist_innen und organisierte Faschist_innen vor der geplanten Unterkunft. Im Gegensatz zur Aussage des Heidenauer Bürgermeisters Opitz (CDU), handelte es sich dabei nicht um einen so genannten „Nazi-Tourismus“, sondern um Menschen aus Heidenau, die Unterstützung aus dem Umland, u.a. Pirna und Dresden hatten.

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