14. Markt der Kulturen – Eine Absage an Universalität

Von Gumbel

  Am 28.05. war es wieder soweit. Zum 14. Mal wurde in Pirna der „Markt der Kulturen“ veranstaltet. Und wer glaubte, dass es nicht noch schlechter ginge als die letzten Jahre, wurde in der Zone wieder eines Besseren belehrt. Anstatt wie die Jahre zuvor nur einen Tag für das aufzuwenden, was Deutsche als Kultur[1] charakterisieren, gab es diesmal ein Rahmenprogramm von Mittwoch bis Sonntag.

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Gedenkveranstaltung in Pirna vom 27.01.2016 – Zwischen Schuldabwehr und Läuterung

Von Gumbel

Am 27.01.2016 wurde auch in Pirna wie jedes Jahr an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Obwohl in einer sächsischen Kleinstadt allgemein die Erwartungen an die Redeinhalte nicht sonderlich hoch sind, waren diejenigen des Oberbürgermeisters die letzten Jahre ein Schimmer der Aufklärung, gerade unter den Voraussetzungen der sächsischen Verhältnisse. Dieses Jahr stellte aber das Landratsamt den Redner, der es in seinem Beitrag schaffte, sogar hinter die ideologische Linie des damals unter rot-grüner Regierungskoalition angestoßenen Aufstands der Anständigen in Verbindung mit dem „Lernen“ aus der deutschen Geschichte zurückzufallen.[1]

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Im Blindflug vorwärts II

Von Gumbel

Am 15. und 16. Januar hatte das Bündnis „Nazifrei – Dresden stellt sich quer“, besser bekannt unter dem Namen Dresden Nazifrei, zu einer Strategiekonferenz in die sächsische Landeshauptstadt am Hörsaalzentrum (HSZ) der TU eingeladen. Bereits im Ankündigungstext wurden als Gründe vor allem die seit über einen Jahr stattfindenden Demonstrationen von PEGIDA und das allgemein rassistische Klima in Sachsen genannt. Zugleich verwies man in diesem Zusammenhang auf die weitgehend marginalisierten Gegenproteste. Somit sollte die Konferenz zweierlei erfüllen: PEGIDA zu kontextualisieren und neue Strategien für praktische Interventionen zu schaffen. Trotz geringer Erwartungen gab es bei mir zugleich die ehrliche Hoffnung, dass eventuell eine selbstkritische Aufarbeitung der letzten eineinhalb Jahre stattfinden könnte. Nach einem Blick ins Programm meldete ich mich schließlich zur Konferenz an.

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Im Blindflug vorwärts

Von Gumbel

  Am 24.12.2015 gab das sich selbst als kommunistisch verstehende …umsGanze-Bündnis eine Einladung für ein Treffen Ende Januar an die radikale Linke heraus. Es ist als Gesprächsangebot an Antifa- und Antira-Gruppen zu lesen, um über die aktuelle Lage in Deutschland und Europa zu beraten. Auffallend an dem Artikel ist vor allem die Tatsache, wie groß die Diskrepanz zwischen propagierten Selbstverständnis und Geschichtsbewusstsein ist.

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In eigener Sache

Über diesen Weg möchten wir zwei Dinge und eine Vorabinformation ankündigen. Zum einen freuen wir uns, dass im November endlich unsere Minivortragsreihe zum 100. Jahr der Russischen Revolution anläuft. Dazu wird es zwei Vorträge geben, wobei Sie die genaueren Informationen über Ort und Zeit der Rubrik Termine entnehmen können. Zum anderen wird in naher Zukunft der Blog „Stimmen aus der Provinz“ mit diesem zusammengelegt. Angedacht ist, darüber Einzelpersonen und Autor_innen die Möglichkeit zu bieten, eigene Artikel zu Ideologiekritik und linker Theorie einsenden und veröffentlichen zu können. Zugleich behalten wir uns aber als Betreiber vor, das letzte Wort in Bezug auf die Veröffentlichung zu haben.

Daneben ist angedacht gegen den neu aufflammenden Antisemitismus in der Region, insbesondere von links im postmodernen Gewand der „gleichberechtigten Narrative“, „Diskurse“ und anderer Zumutungen, eine erneute Positionierung in aufklärerischer sowie grenzziehender Absicht zu formulieren. In welchen konkreten Rahmen dies umgesetzt wird, wird demnächst mitgeteilt.

Libertäre Tage – Tabulos Antizionistisch

Am 5. September 2017 fand im Rahmen der Libertären Tage auch eine Veranstaltung mit dem Titel „Vielfältige Perspektiven jüdischen Lebens ausserhalb der Shoa und israelischer Staatspolitik“ statt. Wie der Titel bereits vermuten lässt, handelte es sich bei der besagten Veranstaltung um gelebte Gegenaufklärung. Das dies der Fall ist, zeigt bereits eine Kritik an dieser Veranstaltung vom Mai diesen Jahres.[1] Im Gegensatz zur dortigen Kritik, die das Ganze in den Gesamtkontext stellt, soll an dieser Stelle eine Auseinandersetzung mit dem Ankündigungstext stattfinden. Dies halten wir für weitaus zielführender um nicht nur den antiemanzipatorischen Gehalt aufzuzeigen, sondern gleichsam darauf hinzuweisen, dass der postmoderne Schriebs es in 20 Zeilen nicht hinbekommt, inhaltslogisch widerspruchsfreie Sätze zu bilden, die jede Proseminarankündigung der TU Dresden wie einen gesellschaftlichen Fortschritt erscheinen lassen.

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